LAP prüft Gründung einer Genossenschaft für die Kreislaufwirtschaft
Neue Initiative soll Industrie, Entsorger und Technologie in einem gemeinsamen Modell zusammenbringen
Nach der Bekanntgabe des geplanten Produktionsstandorts in Aichhalden arbeitet die Logistics Arts Production GmbH (LAP) bereits am nächsten zukunftsweisenden Konzept: Das Unternehmen prüft die Gründung einer Genossenschaft, um den Aufbau regionaler Kreislaufwirtschaft gemeinsam mit Industrie, Entsorgungsunternehmen und weiteren Partnern voranzutreiben.
Noch ist nichts entschieden. Die Idee befindet sich in einer frühen Phase und soll nun mit potenziellen Partnern diskutiert und weiterentwickelt werden.„Die Kreislaufwirtschaft braucht nicht nur neue Technologien, sondern auch neue Formen der Zusammenarbeit“, erklärt LAP-Geschäftsführer Willy Lutz. „Wir möchten herausfinden, ob das genossenschaftliche Modell der richtige Weg sein kann, um Innovation, Investitionssicherheit und regionale Wertschöpfung miteinander zu verbinden.“
Technologie trifft Kooperation
Mit ihrer patentierten Technologie ermöglicht die LAP die Herstellung robuster Ladungsträger aus bisher schwer verwertbaren Stoffströmen wie Mischkunststoffen, Altholz oder Papierverbunden – ohne aufwändige Waschprozesse.
Eine Genossenschaft könnte künftig dafür sorgen, dass alle Beteiligten gleichermaßen vom Aufbau regionaler Wertstoffkreisläufe profitieren.
Für Industrieunternehmen würde dies mehr Planungssicherheit bei der Erfüllung künftiger EU-Vorgaben und langfristig stabile Beschaffungspreise bedeuten. Entsorgungsunternehmen könnten sich auf dauerhafte Absatzwege für bislang problematische Stoffströme verlassen. Gleichzeitig ließen sich Investitionsrisiken auf mehrere Schultern verteilen.
Neue Antworten auf den EU Green Deal
Die Kreislaufwirtschaft steht derzeit häufig vor einem klassischen Henne-Ei-Problem: Ohne gesicherte Rohstoffströme wird nicht investiert – ohne Anlagen entstehen jedoch keine gesicherten Rohstoffströme.
Nach Auffassung der LAP könnte ein genossenschaftliches Modell genau dieses Dilemma auflösen. Durch die Beteiligung aller Akteure würden regionale Stoffkreisläufe entstehen, die wirtschaftlich tragfähig und gleichzeitig transparent organisiert sind.
Interessierte Partner gesucht
Mit der Veröffentlichung der Idee möchte die LAP zunächst den Dialog eröffnen. Angesprochen sind Unternehmen aus Industrie und Entsorgungswirtschaft ebenso wie Kommunen, Forschungseinrichtungen und weitere Organisationen, die sich aktiv an der Entwicklung einer regionalen Circular Economy beteiligen möchten.
Ob aus der Idee tatsächlich eine Genossenschaft entsteht, werden die kommenden Monate zeigen. Klar ist jedoch bereits heute: Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft wird nur gelingen, wenn Technologie und Zusammenarbeit Hand in Hand gehen.